Forschergeist   /   FG036 Internationalisierung der Forschung

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Es ist paradox: Zum einen ist Forschung – sowohl in Hochschulen als auch außeruniversitären Einrichtungen - zu großen Teilen nationalstaatlich organisiert und finanziert. Zum anderen versteht sich Forschung von jeher als supranational oder genauer: universal. Die Internationalisierung der Forschung, wie sie sich in internationalen Kooperationen manifestiert, feiert seit den 1980er-Jahren einen unaufhaltsamen Aufschwung. Das kommt nicht von ungefähr: Internationale Ko-Autorenschaften in Zeitschriftenaufsätzen werden stärker wahrgenommen und häufiger zitiert als nationale. Für Wissenschaftler, die ihre Reputation steigern wollen, sind internationale Kooperationen also überaus attraktiv. Für Forschungsinstitute ist es dagegen attraktiv, namhafte Wissenschaftler an sich zu binden. Der globale „War for Talents“ ist in vollem Gange. Spitzenleute werden weltweit mit attraktiven Forschungsbedingungen und guten Gehältern gelockt. Auch Hochschulen, die in wichtigen Rankings reüssieren woll...

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Vernetzung, Internationale Kooperation und Hochschulbildung als globaler Markt
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Duration
01:45:29
Publishing date
2016-10-19 08:00
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Contributors
Metaebene Personal Media - Tim Pritlove author  
Enclosures
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Shownotes

Vernetzung, Internationale Kooperation und Hochschulbildung als globaler Markt


Ulrich Schreiterer

Es ist paradox: Zum einen ist Forschung – sowohl in Hochschulen als auch außeruniversitären Einrichtungen - zu großen Teilen nationalstaatlich organisiert und finanziert. Zum anderen versteht sich Forschung von jeher als supranational oder genauer: universal. Die Internationalisierung der Forschung, wie sie sich in internationalen Kooperationen manifestiert, feiert seit den 1980er-Jahren einen unaufhaltsamen Aufschwung. Das kommt nicht von ungefähr: Internationale Ko-Autorenschaften in Zeitschriftenaufsätzen werden stärker wahrgenommen und häufiger zitiert als nationale. Für Wissenschaftler, die ihre Reputation steigern wollen, sind internationale Kooperationen also überaus attraktiv.

Für Forschungsinstitute ist es dagegen attraktiv, namhafte Wissenschaftler an sich zu binden. Der globale „War for Talents“ ist in vollem Gange. Spitzenleute werden weltweit mit attraktiven Forschungsbedingungen und guten Gehältern gelockt.

Auch Hochschulen, die in wichtigen Rankings reüssieren wollen, bewegen sich längst in internationalen Gefilden: (steuerfreie) Hochschulableger in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Saudi-Arabien sind keine Seltenheit mehr und sowohl der internationalen Strahlkraft von Universitäten hilfreich als auch dem Wunsch jener Länder, Teil der internationalen Wissenschaftsgesellschaft zu werden. Bei all dem wird deutlich: Die internationale scientific community ist ein knallharter Wirtschaftszweig geworden. Dagegen nehmen sich die Anstrengungen der auf die Stärkung der nationalen Forschung an deutschen Hochschulen ausgerichteten Exzellenzinitiative fast ein wenig provinziell aus. Wie sich hingegen der Brexit auf die britische Forschung auswirken wird, ist einstweilen noch etwas unklar. Die Befürchtungen vieler britischer Forscher, international ins Hintertreffen zu geraten, sind aber sicher nicht unbegründet.

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Glossar


This work is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License

Deeplinks to Chapters

00:00:00.000   Intro
00:00:43.874   Begrüßung
00:01:38.908   Vorstellung
00:03:03.679   Persönlicher Hintergrund
00:04:58.410   Wissenschaftszentrum Berlin
00:11:17.388   Entwicklung der internationalen Forschung
00:22:06.111   Attraktivität von Standorten
00:28:25.501   Internationalisierte Hochschulen
00:45:52.372   Hochschul-Rankings
00:53:23.256   Exzellenzinitiative
01:05:06.612   Internationale Forschungsinitiativen
01:11:33.404   Internationale Forschungsprojekte
01:17:21.935   Brexit und die Wissenschaft
01:34:31.106   Utopie der Globalisierung
01:44:08.012   Ausklang